Das perfekte Wasser-Mehl-Verhältnis

Das Wasser-Mehl-Verhältnis ist interessant zu kennen, wenn man Zuhause selber Brot backen möchte. Ist es dir dabei schon einmal passiert, dass dein Brotteig überhaupt nicht formbar war,  weil er egal wie viel Mehl du verwendet hast, er trotzdem immer wieder an den Fingern geklebt hat? – War das der Fall, war dein Wasser-Mehl-Verhältnis nicht ideal, du hattest zu viel Wasser in deinem Teig oder du hast den Teig vielleicht nicht lange genug geknetet.

Das perfekte Wasser-Mehl-Verhältnis ist dann gegeben, wenn nach längerem Kneten von Wasser und Mehl der Teig nicht mehr an den Händen klebt. Dabei muss man allerdings schon mindestens 5 Minuten kneten, bis der Teig aufhört an den Fingern zu kleben. Das liegt daran, da der Kleber im Mehl eine gewisse Zeit braucht, bis es ein Gerüst im Teig bildet.

Das Perfekte Verhältnis von Wasser und Mehl, bei dem das gegeben ist, ist 100 g Mehl zu 60 g Wasser. Dieses Verhältnis ist allerdings nicht universell auf alle Mehltypen anwendbar – sondern nur bei Weizenmehl Type 405 und 550 und Dinkelmehl 630. Bei Weizen- und Dinkelmehlen mit höheren Typenzahlen muss der Wassergehalt erhöht werden, da in diesen Mehlen neben dem Kleber mehr andere Nährstoffe enthalten sind, wie z.B. Mineralstoffe. Das gleiche gilt auch für die entsprechenden Vollkornmehle.

Bei Roggenmehl gibt es außerdem noch eine Besonderheit und zwar setzten sich hier zwischen die Kleberstoffe Schleimstoffe, die die Bildung einer Gitterstruktur verhindern. Daher lässt sich aus diesem Mehl alleine kein solch elastischer Teig herstellen, wie bei Weizen- und Dinkelmehlen, selbst wenn man das perfekte Wasser-Mehl-Verhältnis benutzen sollte.

 

Ich finde dieses neu Gelernte sehr interessant, da es sehr dabei hilft selbst Brot- oder Brötchenteige herzustellen – frei von irgendeinem Rezept. Außerdem bekommt man hiermit eine Erklärung, warum in vielen Rezepten dieser nervige Satz „Der Teig sollte jetzt mindestens 5 Minuten geknetet werden.“ steht ?.

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